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Selbst reinigen oder Fachbetrieb beauftragen?

Bei gut erreichbaren Anlagen spricht nichts gegen Eigenarbeit. Auf dem Dach gibt es vier Risiken, die sich schlecht wieder gutmachen lassen.

Die ehrliche Antwort zuerst

Es gibt Fälle, in denen Sie für die Solarmodulreinigung keinen Fachbetrieb brauchen. Eine Balkonanlage, ein Carport-Dach oder eine Freiflächenanlage, an die Sie sicher vom Boden aus herankommen, können Sie selbst abwaschen. Wenn Sie dabei die Punkte weiter unten beachten, spricht nichts dagegen.

Bei einer Dachanlage sieht es anders aus. Dort geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern um vier Risiken, die sich schlecht wieder gutmachen lassen.

Was beim Selbstreinigen häufig schiefgeht

Hochdruck­reiniger

Der naheliegendste Fehler. Der Druck kann die Dichtung zwischen Glas und Rahmen beschädigen, und wo Feuchtigkeit ins Modul zieht, entstehen später Korrosion und Delamination. Der Schaden zeigt sich oft erst Jahre danach, und dann ist die Herstellergarantie in der Regel hinfällig.

Kalkhaltiges Leitungswasser

Bei der Photovoltaikreinigung in Paderborn besonders relevant: Das Trinkwasser ist hart, in der Kernstadt rund 14 °dH, in Elsen 17,8 °dH. Wer damit abspült, bringt Kalk auf das Glas. Beim Trocknen bleiben Ränder zurück, die anschließend neuen Schmutz binden. Nach ein paar Wochen sieht die Anlage schlechter aus als vorher. Fachbetriebe arbeiten deshalb mit entmineralisiertem Wasser, das rückstandsfrei abtrocknet.

Spülmittel und Hausmittel

Spülmittel, Essig oder Glasreiniger hinterlassen einen Film, der Staub anzieht. Scheuernde Mittel und harte Bürsten erzeugen feine Kratzer im Glas. Diese Kratzer streuen das Licht und kosten dauerhaft Ertrag, und rückgängig machen lässt sich das nicht.

Das Betreten der Module

Der teuerste Fehler. Module sind nicht dafür gebaut, betreten zu werden. Unter Belastung entstehen Mikrorisse in den Zellen, die von außen unsichtbar sind und sich nur mit einer Elektrolumineszenz-Aufnahme nachweisen lassen. Der Ertrag sinkt schleichend.

Dazu kommt die Absturzgefahr. Ein nasses, geneigtes Ziegeldach ist einer der gefährlichsten Arbeitsplätze am Haus, und private Unfälle dort sind oft nicht versichert.

Wenn Sie es doch selbst machen

Für gut erreichbare Anlagen gilt:

  • Nur bei bedecktem Himmel und kühlen Modulen arbeiten. Kaltes Wasser auf heißem Glas kann zu Spannungsrissen führen.
  • Weiche Bürste mit Teleskopstange, kein Hochdruck, kein Schrubben.
  • Reines Wasser ohne Zusätze. Wenn möglich entmineralisiert oder aufgefangenes Regenwasser.
  • Niemals auf die Module treten, auch nicht kurz.
  • Kein Alleingang auf dem Dach, keine Leiter ohne Sicherung.

Photovoltaik­reinigung vom Fachbetrieb: was wir anders machen

Selbst mit GartenschlauchFachbetrieb
Wasserkalkhaltig, hinterlässt Ränderentmineralisiert, trocknet rückstandsfrei
TechnikLeiter, oft Betreten der ModuleTeleskopstangen, meist vom Boden aus
ReinigungsmittelSpülmittel, Essigkeine, nur Wasser
RisikoSturz, Kratzer, Mikrorisseversichert, ohne Modulbelastung
KostenZeit und Material3,50 € je m² plus 20 € Anfahrt

Wann sich der Fachbetrieb sicher lohnt

  • Die Anlage sitzt auf einem geneigten Dach über dem Erdgeschoss.
  • Es hat sich Moos oder Flechtenbewuchs gebildet, der sich nicht abspülen lässt.
  • Die Anlage steht unter Garantie, und Sie wollen diese nicht gefährden.
  • Sie wollen wissen, was die Reinigung tatsächlich gebracht hat. Wir schauen uns die Anlage vorher an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Termin lohnt.
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